Main-Echo: “Makellos, pur und voller Leben” (immaculate, pure and full of life)

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On 13 June Noa played Mozart’s Violin Concerto No. 5 in A major, K. 219 with the Philharmonisches Orchester Würzburg, conducted by Enrico Calesso, in the Würzburg Residence in Würzburg, Germany as part of Mozartfest Würzburg.

Review from the Main-Echo (14/6/2019):

“Makellos, pur und voller Leben”

Mozartfest: Die 18-jährige Violinistin Noa Wildschut überzeugt beim Kaisersaalkonzert mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg

“Ein zartes Adagio, mit dem die niederländische Geigerin Noa Wildschut dem Publikum beim Kaisersaalkonzert im Zuge des Mozartfests die Klangtür in eine charmante wie virtuose Mozartwelt öffnete. Zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg interpretierte die gerade einmal 18 Jahre junge Geigerin mit dem A-Dur-Konzert (KV 219) das wohl reifste und vielschichtigste Werk des Salzburger Komponisten – fraglos ein Glanzlicht beim diesjährigen fast 100 Jahre alten Klassikfestival am Main.

Die Mozart’sche Melodie sei – losgelöst von jeder irdischen Gestalt – das Ding an sich: Diese Worte gehen zurück auf den bekennenden Mozart-Fan und Spätromantiker Richard Strauss (1864 – 1949). Und so ging nicht von ungefähr dem Violinkonzert die Einleitung zur Strauss-Oper »Capriccio« (TrV 279a) voraus: Ein Sextett als Einstieg in Strauss’ Konversationsstück um den uralten Opernstreit, ob nun der Text oder die Musik wichtiger sei. Manche Feinheit hätte sich bei den Variationen über ein Fünf-Ton-Motiv wohl präziser herausarbeiten lassen, der Klangteppich blieb – zumindest in Teilen – mulmig.

Ganz anders als Mozarts A-Dur-Violinkonzert. So klar, so rein, so unschuldig – und doch rundum reif, umschmeichelt Noa Wildschut das Publikum. Seit 2015 ist sie jüngste offizielle Stipendiatin der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung, die Mentorin sieht die Violinistin als »zweifellos eine der größten musikalischen Hoffnungen ihrer Generation«. Fast wirkt es, als seien die Niederländerin und Mozart Geistesverwandte über die Jahrhunderte, wenn die junge Frau die Musik des Komponisten als »makellos und pur, aber auch so voller Leben« beschreibt.

Mit charmanter Leichtigkeit, einwandfreier Technik und beeindruckender Interpretationsgabe bewegt sie sich durch die intimen ersten Klänge, lässt sich dann in übermütiger Verspieltheit auf die Opulenz des Orchesterklangs ein und bewahrt sich gleichzeitig farbenreiche Eigenständigkeit. Im dritten Satz, dem »Rondeau. Tempo di Menuetto«, setzt Wildschut der ansonsten so filigranen Zartheit im »Janitscharen-Einschub« regelrecht rüpelige Wildheit entgegen. Dessen nicht genug, hat die 18-Jährige die geistreichen Kadenzen zum Violinkonzert selbst geschrieben und lässt auf ihren Violine von Giovanni Grancino aus dem Jahr 1714 Dissonanzen, chromatische Läufe, Mehrstimmigkeiten, Flageolett-Töne und Triller tanzen.

Dennoch: So richtig verblüffen kann eine gute Solistin nur mit gutem Orchester an der Seite. Und hier leistet Generalmusikdirektor Enrico Calesso mit seinem Philharmonischen Orchester Würzburg hervorragende Arbeit. Er lässt der Solistin alle Freiräume und geht doch in einen reizvollen Dialog zwischen zartem Soloinstrument und Orchesteropulenz.

Calesso und sein Orchester beschließen das Konzert mit der so oft wie immer wieder gern gehörten »Prager« Sinfonie Nr. 38 in D-Dur (KV 504): Engagiert und hochdynamisch, mal lausbübisch verspielt, mal regelrecht schroff, im zweiten Satz indes mit sehr rundem, ausgewogenem Klang ohne Verzicht auf bedächtige Zwischentöne nähert sich der Generalmusikdirektor dem Mozartwerk mit durchaus modernem Anspruch.

Das Mozartfest Würzburg 2019 dauert noch bis einschließlich 23. Juni. Mehr unter https://mozartfest.de.” – Michaela Schneider

Source: https://www.main-echo.de/ueberregional/kultur/kultur-index/kultur/prio1/Makellos-pur-und-voller-Leben;art495432,6727432


Excerpt from the Main-Post (14/6/2019):

“Aufmerksam, einfühlend und im besten Sinn partnerschaftlich begleiteten die Würzburger die erst 18 Jahre alte Solistin Noa Wildschut bei Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219. Manchmal hatte man das Gefühl, dass sie selbst von deren perfektem, hinreißendem Spiel verzaubert waren. Man hätte nur die Kadenzen hören müssen, um zu erfahren, dass hier eine Geigerin nicht nur ihr virtuoses Handwerk perfekt beherrschte, sondern auch Mozart in die Seele geschaut hatte. Keinen Ton überlässt sie dem Zufall, ihr Spiel atmet, das Tempo ist niemals gleichförmig, kurz gesagt, es ist sensationell richtig. Riesiger Beifall für Solistin und Orchester.” – Armin Rausche

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